| Sehenswertes in und um Wiesbaden | |
| Wiesbaden ist seit 1945 Landeshauptstadt von Hessen.
Einwohnerzahl: ca. 270 000. Stadtwappen: Drei goldene Lilien auf blauem Schild. |
Klima: Angenehmes mildes Klima, bedingt durch die günstige Lage im Warmluftkorridor des Rheintals, mittlere Jahrestemperatur 9oC. |
Das Alte Rathaus, 1610 errichtet, ist das älteste Gebäude Wiesbadens. 1829 ersetzte man das obere Fachwerkgeschoss mit Schweifgiebeln durch einen steinernen Aufbau. Heute dient das Bauwerk als Standesamt. Mittelpunkt der Altstadt ist der Schlossplatz, der seinen Namen im Jahr 1900 erhielt. Zweimal wöchentlich wird hier Markt abgehalten. Zwischen Rathaus und Schloss befindet sich der Marktbrunnen. Bereits im frühen 16. Jahrhundert nachgewiesen wurde er im Dreißigjährigen Krieg zerstört und später erneuert. Der heute bestehende Brunnen wurde 1753 von Johannes Barger gestaltet und 1767 an seinen heutigen Standort versetzt.
Das neue Rathaus an der Südostseite des
Schlossplatzes wurde 1884-1887 nach den Plänen von Georg von Hauberrisser
gebaut. Die Neo-Renaissance-Fassade wurde durch Bomben im Februar 1945
zerstört. Es wurde 1951 in schlichter Ausführung wieder aufgebaut. Im
Pflaster vor dem Rathaus sieht man den Reichsadler, flankiert vom
nassauischen Löwen und den Wiesbadener Lilien. In Nachbarschaft des Rathauses befindet sich das Dern´sche Gelände, ein großzügiger Platz, unter dem sich eine Tiefgarage sowie eine wiederbelebte historische Markthalle befindet. Sehenswert ist hier die Marktsäule mit dem alten Marktbrunnen.
Das Stadtschloss wurde 1840 als schlichtes
Stadtpalais für Herzog Wilhelm von Nassau im spätklassizistischen Stil
erbaut. Es war in preußischer Zeit beliebter Aufenthaltsort der
preußischen Königs- und deutschen Kaiserfamilie. Seit 1946 ist es Sitz des
Hessischen Landtages.
Die evangelische Marktkirche wurde 1852-1862 von
Karl Boos als neogotische dreischiffige Basilika erbaut. Der Westturm mit
einer Höhe von 92 m macht sie zum höchsten Gebäude der Stadt. Die Kirche
ist der erste reine Ziegelbau im Herzogtum Nassau. Vor der Marktkirche
befindet sich Die Wiesbadener Altstadt - einst von einer Stadtmauer umgeben - befindet sich zwischen Webergasse, Langgasse, Kirchgasse, Friedrichstraße u. Wilhelmstraße. Schmale, verwinkelte Gässchen sind von Häusern aus dem 18./19. Jahrhundert gesäumt. Der Bäckerbrunnen in der Grabenstraße ist heute ein beliebter Treffpunkt. In der Waagemannstr 5-7 steht das ältste noch erhaltene Stadthaus von 1728. Die Häuserzeile zwischen diesen beiden Straßen ist Kern der historischen Altstadt und wird im Volksmund "Schiffchen" genannt.
Die Heidemauer ist Wiesbadens ältestes Bauwerk aus der Römerzeit und befindet sich neben dem Römertor. Die Mauer ist nur in Fragmenten erhalten und war Teil einer römischen Befestigung aus den Jahren 364-375 zum Schutz vor Angriffen der Germanen. Neben der Heidemauer wurde das Römertor 1902 als Anlage mit überdachter Holzbrücke errichtet. Im Römischen Freilichtmuseum neben dem Römertor sind Kopien von in Wiesbaden gefundenen Steintafeln aus der Römerzeit ausgestellt. |
Die im Jahre 1913 erbaute Kaiser-Friedrich-Therme ist seit Sommer 1999 nach intensiver Restaurierung wiedereröffnet. Das historische Thermalbad, das mit dem 66,4oC heißen Thermalwasser der Adlerquelle gespeist wird, bietet eine irisch-römische Badeabteilung, eine faszinierende zeitgemäße Saunalandschaft sowie Therapieangebote mit naturbezogenen Behandlungsmethoden und Sauerstoffanwendungen.
Der Kochbrunnen wurde 1366 erstmals als "Brühborn" erwähnt. Er führt 15 Quellen zusammen und war im 19. Jahrhundert Zentrum der Wiesbadener Trinkkur. Die 66oC heiße Natrium-Chlorid-Therme ist die bekannteste Quelle der Stadt und liefert 346 Liter Heilwasser pro Minute. Die Kuckucksuhr wurde 1946 von dem Souvenirverkäufer Emil Kronenberger auf dem damals zerstörten Kaiser-Friedrich-Platz aufgestellt. Sie erhielt Anfang der 50er Jahre den Bezeichnungsschutz "Die größte Kuckucksuhr der Welt". Sie schlägt alle halbe Stunde.
Ein Postkartenblick, der Bowling Green, Kolonnaden und Kurhaus umfasst, bietet sich vom 1897 enthüllten Kaiser-Friedrich-Denkmal. Die Kurhaus Kolonnade ist mit ca. 129 m die längste Säulenhalle in Europa. Sie wurde 1827 erbaut und löste die vorher bestehenden Buden und Verkaufsstände ab. Heute befindet sich hier das "Kleine Spiel" der Spielbank. Die Kolonnade bietet auch Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen.
Auf Wunsch Kaiser Wilhelm´s II. baute Friedrich von
Thiersch 1904-1907 das heutige Kurhaus und ersetzte damit das im
Jahre 1810 von Christian Zais am gleichen Platz erbaute Gesellschaftshaus.
Es ist im neoklassizistischen Stil gehalten. Der mächtige ionische
Portikus trägt das Wiesbadener Stadtwappen mit den drei Lilien und die
Aufschrift "Aquis Mattiacis" - die Quellen der Mattiaker. Das Kurhaus
wurde 1987 originalgetreu restauriert und mit moderner
Kommunikationstechnik ausgestattet. Der Kurpark hinter dem Kurhaus wurde 1852 als
englischer Garten angelegt: Magnolien, Azaleen, Rhododendron,
Sumpfzypressen wachsen hier. Im Weiher mit einer künstlichen Insel
befindet sich ein Springbrunnen. Die Konzertmuschel ist mit Ornamenten
reichlich verziert. Am Nizzaplätzchen stehen die Säulenreste des
alten Kurhauses sowie eine Dostojewski-Büste. Im Kurpark sind auch
verschiedene Plastiken und Standbilder zu sehen.
In der Spielbank versuchten auch der russische
Dichter Fjodor Dostojewski und der Komponist Richard Wagner ihr Glück.
Bereits 1771 hatte der Fürst von Nassau-Usingen eine Konzession für das
Glücksspiel in Wiesbaden erteilt. Ab 1810 befand sich die Spielbank im
alten Kurhaus. Nachdem ein Reichsgesetz von 1872 die Schließung der
Spielbanken zur Folge hatte, konnte das Spiel erst 1949 im Foyer des
Theaters wieder aufgenommen werden. Heute befindet sich die Spielbank im
ehemaligen Weinsaal des Kurhauses. |
Im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. wurde das heutige
Hessische Staatstheater 1894 von den Wiener Architekten Fellner und
Helmer gebaut. Das prunkvolle repräsentative Foyer im Rokoko-Stil wurde
1902 angefügt. Der neobarocke Theatersaal im großen Haus umfasst 1041
Sitzplätze, das Kleine Haus 328 und das Studio 89. Das Schillerdenkmal befindet sich vor der Südfassade des Theaters und wurde 1905 anlässlich des 100. Todestages von Friedrich Schiller aufgestellt. Der Warme Damm wurde bereits im ausgehenden Mittelalter erwähnt und 1861 als Landschaftsgarten angelegt. An der Frankfurter Straße befindet sich ein Gebälkstück eines römischen Tempels und eine Säule aus der Karolinger Zeit. Die Villa Söhnlein wurde 1906 für Wilhelm Söhnlein errichtet. Nach 1945 von amerikanischen Dienststellen genutzt, dienen die Räumlichkeiten heute u.a. der hessischen Staatskanzlei. Das ehemalige "Hotel Oranien" ist seit 1946 Sitz der Hessischen Staatskanzlei. Die Backsteinkirche St. Augustine of Canterbury wurde 1865 in englischer Gotik für britische Kurgäste gebaut.
Die Villa Clementine wurde 1882 im
römisch-pompejanischen Stil für einen Fabrikanten und dessen Gattin
Clementine erbaut. Bekannt wurde das Gebäude als Residenz der Königin
Natalie von Serbien, deren Sohn Alexander durch den legendären "serbischen
Prinzenraub" gewaltsam in sein Mutterland zurückgebracht wurde. Die Villa
war Schauplatz der Verfilmung von Thomas Manns "Die Buddenbrooks". Seit
1960 kultureller Veranstaltungsort. Das 1820 von Christian Zais gebaute Erbprinzenpalais wurde so benannt, weil es als Residenz für Prinz Wilhelm von Nassau-Weilburg vorgesehen war. Der klassizistische Bau wurde später als Verwaltungsgebäude genutzt. Seit 1971 ist das Palais Sitz der Industrie- und Handelskammer.
Der Weinberg der Landeshauptstadt Wiesbaden wurde im Jahre 1525 auf Anordnung der Grafen von Nassau-Weilburg auf dem Neroberg angelegt. Er gilt heute als Kulturdenkmal und steht unter Denkmalschutz. Hier wird der beliebte "Wiesbadener Neroberg"-Rieslingwein angebaut.
Die 1888 installierte Nerobergbahn ist eine durch Wasserballast betriebene Drahtseilbahn und gilt als technisches Kulturdenkmal. Die Bahnstrecke ist 400 m lang, die Steigungbeträgt bis zu 25 %, der Höhenunterschied 80 m.
Der Schiersteiner Hafen ist mit seiner Promenade ein beliebter Freizeitsport- und Erholungshafen. Hier werden fast alle Wassersportarten betrieben: Motorbootfahren, Rudern, Paddeln, Segeln. |